Presse aktuell
19.09.2017, 21:57 Uhr | Autor: Dr. med. Peter Enders, MdL
Peter Enders: Berufsbetreuer und -betreuerinnen besser stellen
Focus online - Gastbeitrag

Der demografische Wandel erfordert zunehmend den Aufbau eines zukunftssicheren und flächendeckenden Betreuungsangebots, weil es in unserer alternden Gesellschaft künftig immer mehr Menschen geben wird, die zur Bewältigung ihrer rechtlichen Angelegenheiten aufgrund ihrer physischen oder/und psychischen Erkrankung auf professionelle und kompetente Hilfe angewiesen sein werden.

Berufsbetreuerinnen und-betreuer nehmen tagtäglich unverzichtbare gesellschaftliche Aufgaben wahr: Ihr Tätigkeitsbereich erstreckt sich zum Beispiel von der Vormundschaft in Fragen der Gesundheitsversorgung über die Vermögensverwaltung bis hin zur Entscheidung über eine Betreuung ihrer Klienten im Heim oder die Vertretung bei Behörden. Um diese sehr verantwortlichen Tätigkeiten ausfüllen zu können, brauchen die Betreuerinnen und Betreuer juristische, medizinische, pädagogische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Daneben ist ein hohes Maß an Empathie und moralischer Integrität erforderlich. Diese Anforderungsvielfalt ist in dieser Form nur mit wenigen anderen Berufen vergleichbar.

Angesichts der großen Bedeutung der Berufsbetreuerinnen und-betreuer ist es unabdingbare Aufgabe des Gesetzgebers, optimale Rahmenbedingungen für die Sicherung der Qualität sowie der Attraktivität des Betreuungsberufes zu sorgen.

Deswegen war es notwendig und richtig, dass der Bundestag am 18. Mai 2017 eine Erhöhung der Stundensätze für Berufsbetreuerinnen und -betreuer um 15 % beschlossen hat, zumal die letzte Bezugserhöhung bereits 12 Jahre zurückliegt. Die bisherige Vergütung von Euro 44.- pro Stunde ist angesichts der Preissteigerungen nicht mehr angemessen, zumal die Betreuer die anfallenden Nebenkosten (Miete, Versicherung etc.) aus diesem Betrag selbst schultern müssen.

Die bisher unzureichende finanzielle Vergütung hat dazu geführt, dass der Beruf des rechtlichen Betreuers in den vergangenen Jahren insbesondere für Absolventen mit akademischem Abschluss an Attraktivität verloren hat. Bereits heute wird von den Berufsverbänden auf mangelnden Nachwuchs und die daraus folgende Schließung von Betreuungsvereinen hingewiesen. Wenn daran nichts geändert wird, fallen die Aufgaben auf die kommunalen Betreuungsbehörden zurück, was eine deutliche Belastung zusätzlich für die Kommunen und das Land bedeuten würde. Kurz: Wenn jetzt nicht auch beim Land gehandelt wird, steigen die Kosten beim Land. Umso unverständlicher ist es, dass sich das Land bisher geweigert hat, dem Beschluss des Bundestages im Bundesrat zuzustimmen.

„Wenn nun bis zur Konstituierung des neuen Bundestags das Gesetz nicht beraten ist, muss das Gesetzgebungsverfahren neu gestartet werden. Damit droht monatelanger Stillstand, der zulasten der Berufsbetreuerinnen und -betreuer geht“, so Enders, der deutlich macht, dass Berufsbetreuerinnen und –betreuer  bei der Beratung von Menschen mit schweren Erkrankungen oder Behinderungen unverzichtbare gesellschaftliche Aufgaben wahrnehmen. Er fordert für die Zukunft ein sicheres und flächendeckendes Betreuungsangebot.

Dies wird nur gelingen, wenn verhindert wird, dass dieser Beruf weiter so dramatisch an Attraktivität verliert, wie in den zurückliegenden Jahren.  

„Deshalb unterstütze ich ausdrücklich den Bundestagsbeschluss zur Erhöhung der Stundensätze für Berufsbetreuer. Nicht nachvollziehen kann ich, warum die Landesregierung dieses Vorhaben nicht für dringlich hält“, so der Vorsitzende des Landtagsauschusses für Gesundheit, Pflege und Demografie.

http://www.focus.de/regional/rheinland-pfalz/flammersfeld-peter-enders-berufsbetreuerinnen-und-betreuer-besser-stellen_id_7611446.html
 

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